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Es herrschte bestes Herbstwetter mit strahlendem Sonnenschein, als sich am Sonntag, dem 25. September gut 50 wanderfreudige Kulturvereinsmitglieder um 9.30 Uhr in der Ortsmitte Krummhardt zum diesjährigen Vereinsausflug trafen.

Von Krummhardt aus wanderte die Gruppe über „die Horben“ nach Lobenrot zum Wanderparkplatz des Streuobststräßles. Vorbei am Insektenhotel ging es durch den Wald Richtung Sängerheim Stetten, das über den Weinbergen von Stetten seinen Sitz hat. Eine kurze Verschnaufpause erleichterte den restlichen Kilometer durch die Weinberge zur Y-Burg. Während die zahlreichen Wanderer den herrlichen Herbsttag per pedes genossen, hatten Hans Hallwachs, Ursus Maier und Rainer Wagner an der Y-Burg Biertischgarnituren und ein üppiges Vesper sowie Getränke aufgebaut. Die Stärkung war willkommen, schließlich lagen wieder einige Kilometer Nachhause-Weg vor den Wanderern. Doch bevor wieder der Rückweg angetreten wurde, erhielt der Kulturverein Krummhardt von Heimatforscher Ebbe Kögel viele geschichtliche Einblicke über den Ort Stetten und die Y-Burg. Stetten im Remstal ist ein ehemals reichritterschaftliches Dorf mit einer 1000jährigen Weinbautradition, die auch heute noch sehr lebendig ist. Der genaue Gründungszeitpunkt der Y-Burg ist unbekannt; sie wurde im frühen 14. Jahrhundert von den Truchsessen von Stetten erbaut und wird im Sprachgebrauch der Stettener „das Schlössle“ genannt. Die Bauherren führten das Bauprojekt jedoch nicht vollständig aus. 1760 erfolgte der Abriss der Burganlage bis auf die heute noch sichtbaren Außenwände. Es liegt inmitten der renommierten Weinlagen Pulvermächer, Lindhälder und Brotwasser.

Ebbe Kögel ist hauptberuflich Bademeister im Bädle in Stetten, ist Heimatforscher, zertifizierter Weinerlebnisführer, Vorsitzender des Allmende-Vereins in Stetten, macht Weinwanderungen und kann jede Menge erzählen über den Weinbau sowie über die Lokal- und Regionalgeschichte seiner Heimatstadt. Dieses Wissen brachte er in lebendiger und lebhafter Erzählung den Zuhörern nahe, sei es vom Bauernaufstand unter dem „Armen Konrad“, die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg mit der Euthanasie der Bewohner der damaligen Anstalt Stetten oder den Viehjuden, die über Esslingen ins Remstal kamen. Bei einer weiteren Führung erfuhren die Wanderer Interessantes über das Trockenmauerprojekt:
2005 startete die Allmende Stetten in Zusammenarbeit mit örtlichen Weingütern das Trockenmauerprojekt Y-Burg im Gewann Pulvermächer mit folgenden Zielen: Erhalt der letzten im Remstal noch bewirtschafteten Terrassenweinberge und ihrer wertvollen Tier- und Pflanzenwelt; Weitergabe der Technik des Trockenmauerbaus an nachfolgende Generationen; Anlage eines Museumswengert mit fast ausgestrobenen süddeutschen Rebsorten zum Erhalt der Sortenvielfalt; Darstellung der landschaftlichen und kulturgeschichtlichen Besonderheiten des Weinorts Stetten im Remstal.

Dann hieß es auch schon Abschiednehmen von Ebbe Kögel und der Y-Burg. Ein kleiner, steiler Anstieg zu den Sieben Linden bescherte nochmals einen herrlichen Ausblick auf Stetten und die umliegenden Weinberge. Auf dem Höhenweg verlief der Weg weiter unterhalb des Waldes Richtung Strümpfelbach. Dort traf man auf den Skulpturenpfad von Karl Ulrich Nuss, der am Naturfreundehaus Strümpfelbach endet. Dort hatten die Wanderer nochmals Gelegenheit, sich zu stärken, bevor es durch den Wald über Schanbach zurück nach Krummhardt ging. Endstation war der Neuwieshof der Familie Fetzer wo ein interessanter und gemütlicher Wandertag bei Gegrilltem seinen Abschluss fand.