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Am Sonntag, den 11. November besuchte der Kulturverein Krummhardt die Vorstellung „Sound for Europe“ im LIMA-Theater in Esslingen.

Bevor sich der Vorhang für das Schauspiel öffnete, erzählte Andreas Weiner etwas über das Theater. Die kleinste Theaterbühne der Region Stuttgart ist in einer gotischen Hauskapelle – mit einem Kreuzrippengewölbe aus dem 14./15. Jahrhundert – untergebracht und befindet sich im ehemaligen Zunfthaus der Schuhmacher. Teile der sehr bewegten Geschichte dieses Hauses schweben heute noch im Dunkeln; so ist auch in den Archiven nichts zu finden, warum überhaupt eine Kapelle eingerichtet wurde. Weiner berichtete im Anschluss über das Leben des Wilhelm Preetorius, Bühnenbildner und Schauspieler aus München, der das Figurentheater auf die Beine stellte.
Nach diesen spannenden Geschichten hob sich der Vorhang für den „Sound for Europe“. Kernstück dieser Inszenierung ist die 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven. Sie ist die letzte vollendete Sinfonie des fast tauben Komponisten. Vielen ist diese Sinfonie als „Ode an die Freude“ bekannt und wurde zum Text des Gedichtes „An die Freude“ von Friedrich Schiller komponiert. Dies ist auch der Grund, warum gerade diese zwei berühmten Figuren auf der Bühne zusammen agieren. Die „Show“ begann mit einem Video, welches einen „Flashmob“ in einer Fußgängerzone zeigt: Ein einzelner Musiker beginnt die 9.Sinfonie zu spielen und nach und nach kommen immer mehr Musiker und andere Menschen dazu, und singen die Melodie mit, Kinder sind fasziniert und am Ende ist ein großes Orchester mit Chor vollständig versammelt. Dies sollte zeigen, wie schnell man Menschen mit Musik faszinieren und vereinen kann. Nun traten abwechselnd Beethoven und Schiller auf und erzählten aus ihrem Leben. Beethoven brachte den Zuhörern seine Kindheit näher, wie er mit seiner Taubheit und den damit verbundenen Gefühlen zurecht kam, während Schiller über seine Flucht aus Württemberg nach Thüringen referierte. Parallel liefen im Hintergrund dazu gehörende Bilder aus Wien, Stuttgart oder Weimar ab. Im weiteren Verlauf des Theaterstücks ging es dann um einschneidende geschichtliche und politische Ereignisse Europas, es wurden Fotos der Französischen Revolution, von Napoleon, der Industriellen Revolution und schließlich vom deutsch-französischen Krieg von 1870/71 gezeigt. Über die Weimarer Republik, den Ersten und Zweiten Weltkrieg liefen Fotos der weiteren Geschichte bis zur heutigen Zeit. Parallel zu den Bildern sprachen abwechselnd Beethoven oder Schiller, und es war faszinierend, wie diese Textpassagen in jede Zeit passen, selbst bis zum heutigen Tag. Untermalt wurde das Ganze von Beethovens dramatischen Werken und zum Schluss wieder die 9.Sinfonie als „Ode der Freude“, Sinnbild dafür, dass wir heutzutage in Europa in Frieden leben. Die 9. Sinfonie, die 74 Minuten lang ist, wurde übrigens als Maßeinheit für die Speicherkapazität der CD herangenommen.
Nach dem Stück durften die Zuschauer noch hinter die Kulissen schauen – die Figuren (Marionetten) wirkten gar nicht mehr so groß, wenn man sie aus der Nähe betrachtete. Somit ging ein literarisch-geschichtlicher Nachmittag entspannt zu Ende