20 technikinteressierte Mitglieder des Kulturvereins Krummhardt trafen sich zu einer Führung durch die Baustelle von Stuttgart 21. Detailliert schilderte Herr Krautwasser die über 25jährige Geschichte von der Planung 1988 zum Baubeginn nach 15 weiteren Jahren bis heute. Wurden die Kosten anfänglich mit 4,5 Milliarden veranschlagt, so stehen diese heute bereits bei 11,5 Milliarden. Ein Datum für das Ende bzw. Start des neuen Bahnhofes gibt die Bahn inzwischen nicht mehr bekannt.
Neu gebaut wurde ein unterirdischer Durchgangsbahnhof, der den seitherigen Kopfbahnhof ersetzen wird, die Schnellbahnstrecke Wendlingen-Ulm und der Flughafen wird ebenfalls an das Schnellbahnnetz angebunden. Das Besondere am Bahnprojekt Stuttgart 21 ist zum einen die großartige Gestaltung der Bahnhofshalle mit insgesamt 27 Kelchstützen mit „Lichtaugen“ sowie die Gleisführung mit 8 Gleisen und 4 Bahnsteigen. Von außen erhält der neue Bahnhof vier Zugänge, drei über die Kuppelbauten mit Spezialglas-Bedachung sowie einen zum Parkausgang. Per Drohnenflug wurde den Teilnehmern der Neubau visualisiert vorgetragen, konnten die Hallen begangen und der Bahnhof vorab richtig erlebt werden. Nach der Vorführung mussten sich alle mit Warnwesten, Gummistiefeln und Bauhelmen ausrüsten, um gewappnet für den Gang durch die Baustelle zu sein. Dabei waren vor allem die Kelchstützen mit den Lichtaugen beeindruckend, denn keines der 27 Lichtaugen mit einem Durchmesser von 16 m ist identisch mit einem anderen. Im Herbst 2025 waren alle Gleise im Bahnhof und den Tunnels verlegt, auch die Oberleitungen sind fertig gestellt worden. Derzeit werden kilometerlange Leitungen für die Kabel-Infrastruktur in begehbaren Kabelkanälen verlegt. Am Ende der Führung stand ein Besuch des denkmalgeschützten Bonatzbaus an, in dessen Inneren noch ein Hotel und diverse Einkaufsläden entstehen werden. In den vergangenen Tagen wurde erstmals ein nächtlicher Testlauf der S-Bahn von Stuttgart nach Ulm getestet. Mit viel Begeisterung wurde den Mitgliedern des Kulturvereins die umfangreichen Aufgaben und noch ausstehenden Arbeiten detailliert vermittelt, was selbst Skeptiker unter den Teilnehmern mit viel Respekt honorierten.
Stuttgart 21 – beeindruckend, von höchstem technischen Know-How beseelt und vielleicht das neue zukünftige Wahrzeichen von Stuttgart.




