Ein strahlend blauer Himmel und frühlingshafte Temperaturen begleiteten die knapp 25 Mitglieder des Kulturvereins Krummhardt auf die Tour nach Esslingen. Dort wurde die Gruppe von Christine Wanner begrüßt, die die Teilnehmer in den nächsten 2 Stunden tief in die Geschichte der Sektkellerei Kessler eintauchen ließ. Georg Christian Kessler, geadelt erst ein Jahr vor seinem Tod, gründete 1826 in Esslingen die Sektkellerei Kessler. Sein Wissen über die Sektherstellung erlangte er beim Champagner-Hersteller Veuve Clicquot in Frankreich, wo er 20 Jahre lang arbeitete und bis zum Geschäftsführer aufstieg. Viele Gründe sprachen damals für Esslingen, um dort eine Sektkellerei zu gründen: das bedeutende Weinbaugebiet und die Spitzenstellung der Industrialisierung in Württemberg. Jahre zuvor hatte er zusammen mit Veuve Clicquot-Paradin bereits den Spinnereibetrieb Merkel & Kienlin („Esslinger Wolle“) aufgebaut. Die denkmalgeschützten Gebäude in Esslingen sind zum Teil 800 Jahre alt und beherbergen heute in den Kellern noch die traditionelle Flaschengärung, die bei Kessler zum Einsatz kommt. Das ist der große Unterschied zu anderen Sektkellereien, die ihre Sektsorten per Tankgärung entstehen lassen. Dabei kommt der fertige Sekt in die Flasche, während bei Kessler der Grundwein in die Flasche kommt und der Sekt in der Flasche reift. Dem Grundwein wird Zucker und Hefe zugegeben, um Alkohol und Kohlensäure entstehen zu lassen. Jetzt reift der Sekt – je nach Sorte – 12 bis 60 Monate in der Flasche. Die Klassiklinie Brut und Rosé brut liegt 1 Jahr auf der Hefe, die Prestige-Linie Jägergrün und Hochgewächs 20 Monate und die Vintage-Linie 60 Monate. Jetzt wird der Sekt 6 Wochen lang „gerüttelt“, um die Hefetrubstoffe im Flaschenhals zu sammeln. Nach dieser Zeit werden die Flaschen kopfüber auf -25 Grad gekühlt, entkorkt und durch den hohen Druck von 6 bar schießen die gefrorenen Hefetrubteile nach außen (degorgieren). Die Produktion des Sektes findet direkt in den Kellern in Esslingen statt, während die Etikettierung und der Versand mangels Platz nach Esslingen-Zell ausgelagert wurde.
Christine Wanner erzählte lebhaft, mit viel Engagement und Wissen nicht nur über die Geschichte des Hauses Kessler, sondern auch über die komplexen Abläufe der Sektherstellung, was die Kulturvereinler begeistert zuhören ließ. Im Gründersaal gab es zum Abschluss drei Sektsorten aus den drei verschiedenen Linien zu probieren: Rosé brut, Jägergrün und Blanc Reserve.
„Der beste Sekt ist derjenige, der einem am besten schmeckt“. Mit diesen Worten im Gepäck trat die Truppe nach einer kleinen Stärkung im Biergarten oder in der Eisdiele wieder den Heimweg an.
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